Die Klassifikation

Die Dahlensche BonitÀtskarte (1885)
Kaiserliche Menükarte und die 1893er Kiedricher GrĂ€fenberg Auslese

Entsprechend einer langen Tradition der Klassifikation von Weinbergen im Rheingau stehen unsere Berglagen Kiedricher Klosterberg und Kiedricher Turmberg als Erste Lagen im Range des Premier Cru und der Kiedricher GrÀfenberg als Grosse Lage im Range eines Grand Cru.
 
Das Herausstellen besonderer Weinberge und ihre Klassifikation hat in allen bedeutenden Weinanbaugebieten der Welt Tradition. So auch im Rheingau, dessen besondere Weinberge schon immer einen großen, weltweit klingenden Ruf hatten. 1498 wurden in den Kellerbestandsaufnahmen von Kloster Eberbach erstmals besondere Weine als „crescentia“, GewĂ€chse aus besonderen Lagen, geführt.

1788 brachte Thomas Jefferson die Rheingauer Lagen in eine Rangfolge und Goethe schrieb 1814 kenntnisreich: “Die Güte des Weines hĂ€ngt von der Lage ab.“ Johann Philipp Bronner und Wilhelm Hamm veröffentlichten 1836 und 1865 ihre „Rangordnung der Rheingauer Weine und Lagen unter sich.“

In Folge der Bordeaux-Klassifizierung von 1855 erschienen auch in vielen deutschen Weinanbaugebieten, nachdem sie 1866 preussische Regierungsbezirke geworden waren, Weinbau-Karten als Klassifizierungen der Lagen. Den Anfang machte 1885 der Rheingau. Der Verfasser von Karte und Begleitbuch war der GeneralsekretĂ€r des Deutschen Weinbauverbandes,  Heinrich Wilhelm Dahlen. Seine BonitĂ€tskarte basierte auf dem Grundsteuerertrag der verschiedenen Rheingauer Lagen auf Grund der Güte der Böden.

Auf der Karte dunkelrot eingefĂ€rbt, gehörte der Kiedricher GrĂ€fenberg zur höchsten Lagen-Klasse der Dahlen-Karte. Es war die Zeit, als Rheingauer Rieslinge, so wie der GrĂ€fenberg, als „Grands Crus von deutschem Boden“ im eigenen Land und in der internationalen Weinwelt höchste Reputation genossen. Die Renaissance dieses Images erlebt die Weinwelt heute zu Beginn des 21. Jahrhunderts.