Der Gräfenberg  

Seit 1868, dem ersten Weinjahrgang des Weingutes Robert Weil, wird der "Kiedricher Gräfenberg" als Spitzenlage besonders herausgestellt. Östlich von Kiedrich auf einem südwestlich ausgerichteten Höhenzug gelegen, bestehen die mittel- und tiefgründigen Böden dieser großen Rheingauer Lage aus steinig-grusigen Phylliten mit Lösslehmbeimengungen. Eine Hangneigung mit bis zu 50° und ein ausgeglichenes Mikroklima ergänzen die idealen Bedingungen dieses "terroir", das die Eleganz und Feinheit der Rieslinge vom Gräfenberg prägt.
Hohes Ansehen genoss der "Berg der Grafen" als alleiniger Weinberg für die adligen Geschlechter, die in Kiedrich angesiedelt waren, seit seiner ersten Erwähnung im 12. Jahrhundert. Schon 1765 und auch 1865 ordnet die frühe Weinliteratur den "Gräfenberg" in den Rangfolgen der Rheingauer Lagen in die erste Reihe ein.
Ein Gräfenberg-Riesling aus dem Jahre 1893 machte das Weingut Robert Weil über die Grenzen hinaus bekannt. Die Auslese aus dem "Kiedricher Berg" wurde damals an viele Kaiser- und Königshäuser Europas geliefert. So kaufte im Jahre 1900 das Wiener Hofwirtschaftsamt 800 Flaschen dieses Weines für einen Flaschenpreis von 16 Goldmark. Dies war ein für die damaligen Kaufkraftverhältnisse berauschender Preis. Riesling-Weine vom Rhein waren zu dieser Zeit die teuersten Gewächse der Weinwelt. Es waren die Jahre höchster weltweiter Reputation des Rieslings, der zu unserer Zeit wieder eine Renaissance dieses Images erlebt.

In der Schatzkammer, in der die Spitzenweine des Weingutes lagern, reihen sich die großen Jahrgänge zurück bis zu jener legendären Auslese aus dem Jahre 1893.

Der Kiedricher Gräfenberg und der Turm der Scharfenstein
Der Kiedricher Gräfenberg und der Turm der Scharfenstein


Kaiserliche Menükarte (1914) mit der 1893er Kiedricher Berg Auslese


Blick in die Schatzkammer

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